Sicherheit - Warnungen vor Risiken TeleFAQ.de  15.09.2009

1. Call-by-Call
• Überteuerung einzelner Rufnummern
• Verschleierung teurer Sondernummern
• Sondernummern für Call-by-Call
2. Lockrufe
• CLIP - Eintragung in die Anruferliste
• Rückruf-Aufforderung vom Band
• CLI - Rückruf nach eigener Nummern-Übermittlung
3. R-Gespräche - Reverse Charging
• Kosten-Übernahme bei ankommenden Rufen
• Callthrough - R-Gespräche als Weitervermittlung
• Callback - R-Gespräche durch Rückruf
4. Legenden
• Gegendarstellungen zu beliebten Gerüchten und Falschmeldungen
• Umleitung zu teureren (Sonder-)Nummern
• R-Gespräche als (Telekom-)Funktion in der Vermittlungsstelle

Anschlüsse Weitere Probleme, Tücken und Fallen bei T-Com siehe...

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Call-by-Call

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Überteuerung einzelner Rufnummern durch Call-by-Call

Verbindungs-Netzbetreiber (VNB) können einzelne 'normale' Rufnummern - auch im Inland - mit abweichenden Preisen berechnen. Die Ziel-Anschlüsse sind üblicherweise im Teilnehmer-Netz eines alternativen Anschluss-Betreibers (TNB) geschaltet. Sie sind nur mit der vorgegebenen Call-by-Call-Vorwahl zu erreichen - und meist auch nur aus dem Telekom-Festnetz. Solche Rufnummern sind nur daran zu erkennen, dass für sie mit bereits vorangestellter Call-by-Call-Vorwahl (z.B. 010...040...) geworben wird. Die Verbindungen werden meist mit Preisen auf 0900-Niveau (z.B. 2,00 Euro je Minute) berechnet. Es handelt sich hier meist um Dating-/Erotik-Lines - sie werden ebenfalls mit Auslands-Vorwahl 010...00... (meist Interkontinental) beworben.

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Verschleierung teurer Sondernummern durch 010-Vorsatz

Besonders teure Sondernummern werden häufig verschleiert, indem eine Call-by-Call-Vorwahl vorangestellt wird, wobei durch gesetzte Trennstriche oder Leerzeichen an unüblichen Stellen eine zusätzliche Tarnung versucht wird (z.B. 0103/30-137... oder 01 03301 37...). Hierbei ist die Call-by-Call-Vorwahl ohnehin nutzlos (meist wird die Telekom-Kennzahl 01033 benutzt), da sie bei Verbindungen zu Sondernummern ignoriert wird. Benutzt wird diese Täuschung gerne bei (unangeforderten) Fax-Zusendungen und Angeboten zum Fax-Abruf, in Zeitungs-Anzeigen, aber auch in der Briefpost (angebliche Gewinn- oder Liefer-Benachrichtigungen).

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Sondernummern für Call-by-Call

Einige Anbieter nutzen auch die Sondernummern 0900, 0180 und 0700 für (günstiges) Call-by-Call. Hierbei sind die Vorwahlen 0180 und 0700 unkritisch, da diese mit einem Festpreis berechnet werden. Dagegen sollte bei den frei tarifierbaren 0900-Nummern die nachfolgende Rufnummer sehr sorgfältig gewählt werden, da man beim Vertippen sonst leicht bei sehr teuren 'Diensten' landen kann. Insbesondere bei Zielen im selben Ortsnetz sollte man die Orts-Vorwahl immer mitwählen.

Vorwahlen ← Preise und Takte der Sondernummern

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Lockrufe

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CLIP - Eintragung in die Anruferliste durch einmaliges Klingeln

Gelegentlich finden Festnetz-Kunden mit dem Leistungsmerkmal Rufnummern-Anzeige (CLIP) und Mobilfunk-Nutzer in der Anrufliste ihrer (geeigneten) Endgeräte bzw. des Handys unbekannte Telefonnummern vergeblicher Anrufversuche vor (Anruf in Abwesenheit). Hierbei kann es sich um den Missbrauch der Rufnummern-Übermittlung (CLI) durch einen Anrufer handeln, um durch ein nur sehr kurzes Anklingeln die dabei übertragene Rufnummer im Gerätespeicher zu hinterlassen (Ping-Anruf). Dieser Rufnummern-Spam kommt teils vorzugsweise nachts, um ein unerwünschtes Entgegennehmen zu verhindern.

Mit diesem Trick sollen Neugierige oder Unaufmerksame zu einem kostenpflichtigen Rückruf verleitet werden. Damit sich dies für den dann Zurückgerufenen auch bezahlt macht, werden üblicherweise Rufnummern mit folgenden Vorwahlen übermittelt.

Durch eine vorangestellte Call-by-Call-Vorwahl soll einerseits die nachfolgende eigentliche Vorwahl verschleiert werden, andererseits sind diese Verbindungen über den ausgewählten Netzbetreiber dann auch frei tarifierbar. Von Anschlüssen der T-Com aus können hierbei auch einzelne Rufnummern im Inland und im Ausland vom genutzten 010-Anbieter überteuert abgerechnet werden, diese Abzocke wird insbesondere für Interkontinental-Verbindungen benutzt.

Nachdem durch gesetzliche Änderungen die Übermittlung der meisten Sondernummern als Absender-Rufnummer zur CLIP-Anzeige untersagt wurde, werden für Ping-Anrufe zunehmend normale Festnetznummern mit Ortsnetzvorwahl (etwa 0221...) für die Eintragung in die Anruferliste des Gerufenen benutzt. Bei Rückruf dieser Rufnummer zum üblichen Preis erhält man dann beispielsweise eine Bandansage mit Gewinnversprechen und der Aufforderung, eine 0900-Nummer anzuwählen.

Besonders beliebt beim Missbrauch der Rufnummern-Übermittlung sind die Televoting-Nummern, die auch leicht mit Handy-Nummern (0177) verwechselbar sind. Insbesondere die Vorwahl 0137 7 wird auch gerne für Lockanrufe zu Mobiltelefonen genutzt (Anzeige hier "491377..."), beim Rückruf kommen dann meist noch hohe Zuschläge des eigenen Mobilfunk-Netzbetreibers dazu. Auch per SMS läuft diese Betrugsmasche, indem Texte wie "Gleichen Sie bitte Ihren DISPO aus. Bitte rufen Sie zurück: 0137..." gesendet werden.

Eine Recherche WhoCallsMe nach unbekannten Nummern ist über die Erfahrungsberichte von anderen Angerufenen möglich.

Die Übermittlung beliebiger Rufnummern ermöglicht die Funktion CLIP - no screening -, die beispielsweise von T-ISDN Anlagenanschlüssen (oder vom Ausland) aus möglich ist.

Funktionen ← Ausführliche Erläuterungen zur Rufnummern-Übermittlung

Keine Betrügereien stecken hinter folgenden übermittelten Rufnummern:

08003302424 - T-NetBox (am eigenen Anschluss)
Benachrichtigung über neu eingegangene Nachrichten
01805066033 - T-NetBox (zu fremdem Anschluss bzw. per SMS)
Benachrichtigung über neu eingegangene Nachrichten
0193010
01930100 - SMS-Center der T-Com
Zustellversuch einer eingegangenen SMS
0191066730 - MMS-Center der T-Com
Zustellversuch einer eingegangenen MMS
09003266900
090032669000 - SMS-Center von Anny Way (Materna)
Zustellversuch einer eingegangenen SMS

Optionen ← Erläuterungen zu SMS und MMS im Festnetz

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Rückruf-Aufforderung vom Band (und auf dem Band)

Häufiger berichtet wird auch von offenbar Computer-generierten Anrufen, bei denen eine Band-Ansage irgendwelche Gewinne verspricht, Lotterielose anpreist oder angeblich vorliegende Nachrichten von Bekannten zum Abruf bereithält (auch bekannt vom SMS-Missbrauch beim Handy). Die automatischen Anrufe (die man dann evtl. auch auf seinem Anrufbeantworter vorfindet) enden üblicherweise mit der Aufforderung, eine mitgeteilte Rufnummer zurückzurufen. Hier handelt es sich dann meist um eine 0900-/0137-Nummer, evtl. noch zusätzlich mit Verschleierung durch Call-by-Call-Vorwahl. Gleichzeitig kann natürlich auch noch eine entsprechende Rufnr. mittels CLIP übermittelt worden sein.

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CLI - Rückruf nach eigenem Anruf mit Rufnummern-Übermittlung

Es gibt auch Angebote (meist Dating-/Erotik-Lines), für die mit 'normalen' Festnetz-Rufnummern (z.B. 040..., aber auch 0800, 0180) und "ohne 0900-Kosten" geworben wird. Hier wird von dubiosen Anbietern darauf gesetzt, dass ein Anrufer auch seine Rufnummer übermittelt (CLI).

Anschließend muss mit einem Rückruf des Anbieters gerechnet werden, bei dem dann versucht wird, Name und Anschrift des Nutzers zu erfragen, falls diese Daten nicht bereits durch eine Rückwärtssuche ermittelt wurden. Teilweise wird bei diesem Anruf auch behauptet, man hätte bei einem Gewinnspiel gewonnen, und bräuchte jetzt die Adresse für die Zusendung. An diese Adresse wird dann eine Rechnung bzw. ein 'Angebot' für den Abschluss eines Nutzer-Abos für diesen Telefondienst verschickt.

Schützen kann man sich vor dieser Daten-Schnüffelei durch die Unterdrückung der eigenen Rufnummern-Übermittlung (CLIR) - wer sich ins Telefonbuch (besonders mit Adresse) eintragen lässt, ist ohnehin selber schuld (meiner ganz subjektiven Meinung nach).

Funktionen ← Infos zu den Möglichkeiten der Unterdrückung der Rufnummern-Übermittlung

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R-Gespräche - Reverse Charging

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Allgemein - Kosten-Übernahme bei ankommenden Rufen

Bei einem R-Gespräch übernimmt der Angerufene die Kosten für eine von ihm angenommene Verbindung, während dem Anrufer selbst hier meist nichts berechnet wird. Anders als häufig dargestellt, steht das "R" nicht für "Rückruf", sondern für Reverse Charging (Reverse Charge, umgekehrte Kostenbelastung, rückwärts berechnet).

Derzeit gibt es keine Möglichkeit, eine solche Kosten-Übernahme durch den Angerufenen mit einer direkten Anwahl des Anschlusses selbst zu erreichen, da die deutschen Anschluss-Betreiber (z.B. auch Telekom) eine solche automatische Funktion in ihren Vermittlungsstellen noch nicht implementiert haben. Nähere Infos hierzu im Abschnitt Legende: R-Gespräche als (Telekom-)Funktion in der Vermittlungsstelle.

Ermöglicht werden R-Gespräche von der Telekom und von einigen Verbindungs-Netzbetreibern, die bereits Call-by-Call anbieten. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die derzeit angebotenen Dienste. Abgerechnet werden diese wie sonstige Call-by-Call-Verbindungen über die (Telekom-)Rechnung des Angerufenen (der hier als Kunde gilt), die Kosten liegen allerdings deutlich über den sonst berechneten Call-by-Call-Preisen. Bei der Abrechnung werden diese Verbindungen im Einzelverbindungsnachweis des Angerufenen aus technischen Gründen meist unter einer 0900-Nummer ausgewiesen (etwa bei prompt und IN-telegence), eine 0900-Sperre ist hier wirkungslos.

R-Gespräche - Anbieter / TeleFAQ.de © 15.09.2009 Druck-Info
DeTeCardService (Deutsche Telekom CardService) DeTeCard
Deutschland Direkt 0800 330 0490 Callthrough
R-Gespräch 0800 0800 108 Callthrough
01058 Telecom 01058
R-Phone 0800 4444 6161 Callthrough R-Phone
R-Talk 0800 4411 333 Callthrough R-Talk
R-Call-by-Call 0800 5522 Callthrough R-Call-by-Call
R-Call-by-Call 0800 4141 Callthrough R-Call-by-Call
01058 Collect Call 0800 1058 Callthrough 0800 1058
IN-telegence IN-telegence
Yoo R-CALL 0800 1723 Callthrough YooCALL
First Telecom First Telecom
123-R-CALL 0800 44 123 Callthrough 123-R-Call
01081 Telecom 01081
01081 Collect-Call [eingestellt?] Callthrough Collect-Call
prompt (SNT Multiconnect, ehemals Extracom) prompt
TeleInternet Service [eingestellt?] Callback

Für den eigenen Anschluss gibt es derzeit keine Sperrmöglichkeit in der Vermittlungsstelle, mit der man gezielt ankommende R-Gespräche verhindern könnte, da es sich aus Sicht des Anschluss-Betreibers um 'normale' Anrufe handelt - man müsste also den Anschluss (auch) für alle eingehenden Rufe sperren lassen. Das Sperren speziell dieser Dienste kann nur bei den Anbietern direkt erfolgen, hierzu muss aber jede (un)gewünschte Rufnummer (bei ISDN jede MSN) bei jedem Anbieter gemeldet werden.

Sperrung

Eine zentrale Sperrliste für R-Gespräche wird seit dem 01.09.2007 von der Bundesnetzagentur (Regulierungsbehörde) geführt. Anschlussbetreiber sind verpflichtet, Rufnummern ihrer Kunden auf Wunsch in diese Liste eintragen zu lassen. Die Diensteanbieter von R-Gesprächen müssen die Sperrdaten täglich abrufen und dürfen Verbindungen zu den eingetragenen Anschlüssen ab dem Folgetag nicht mehr berechnen. Der Eintrag in die Sperrliste für eingehende R-Gespräche muss kostenlos durch den eigenen Telefonanbieter erfolgen, nur für die später jederzeit mögliche Löschung einer Sperre dürfen Kosten anfallen.

Telekom-Kunden können die Eintragung ihrer Rufnummer(n) über die Vertriebs-Hotline 0800 330 1000 veranlassen.

Andere Netzbetreiber im Festnetz und Mobilfunk müssen laut Bundesnetzagentur die Rufnummern ihrer Kunden nicht in die Sperrliste eintragen, wenn diese Anschlussanbieter keine Inkasso- und Zusammenschaltungs-Vereinbarung mit entsprechenden Diensteanbietern haben und somit gar keine R-Gespräche durchstellen.

Es findet auch Missbrauch des bei R-Gesprächen genutzten Abrechnungsverfahrens durch Betrüger statt. Hierbei erhält man einen Anruf mit einer angeblichen Gewinnbenachrichtigung und wird dabei aufgefordert, zur Bestätigung eine Taste zu drücken. In der Telefonrechnung tauchen dann später die vom Anrufer an den Anschlussbetreiber des Opfers gemeldeten Kosten für eine 0900-Nummer auf. Vor diesen rechtswidrigen Forderungsversuchen schützt auch der Eintrag in die Sperrliste kaum, da solche Abzocker diese Liste wohl nicht beachten werden. Technisch gesehen findet in diesem Fall natürlich keine Verbindung oder Weiterleitung des Angerufenen zu einer 0900-Rufnummer statt, demzufolge kann eine 0900-Sperre für abgehende Rufe hier auch nicht greifen. Es handelt sich ganz einfach um einen Abrechnungsbetrug, der prinzipell auch ohne irgendeinen Anruf oder Tastendruck möglich ist.

Tipps für den lokalen Schutz

Eine einfache Möglichkeit zur Sperrung der Annahme dieser automatisierten R-Gespräche besteht evtl. darin, die erforderliche MFV-Tasten-Bestätigung zu verhindern. Hierzu muss man in den entsprechenden Telefonen (bzw. in der TK-Anlage) das Tonwahlverfahren dauerhaft ausschalten. Leider kann dies in vielen Telefonen auch wieder (temporär) eingeschaltet werden, was durch die Benutzung von (älteren) Geräten, die nur das Impulswahlverfahren (IWV) kennen, vermeidbar wäre (z.B. in Wohngemeinschaften, Vereinsheimen). Allerdings kann auch hier der vermeintliche Schutz durch die Nutzung eines separaten Handsenders (AB-Fernsteuerung) umgangen werden. Wirklich sicher wäre hier nur die Tonwahl-Sperrung (mit Ausfilterung der MFV-Frequenzen) durch den Anschluss-Betreiber direkt in der Vermittlungsstelle (was aber nicht unbedingt auch ermöglicht/angeboten wird). Problematisch dürfte dann aber die Steuerung von Leistungsmerkmalen (in der Vermittlungsstelle) und bestimmten Diensten (AB-Fernabfrage, T-NetBox) sein.

Wirksamer wäre es, wenn eine geeignete TK-Anlage zunächst alle eingehenden Rufe selbst annimmt, und diese für einige Sekunden in eine Warteschleife legt (Ansage vor Melden z.B. "Einen Moment bitte" oder eine 'nur Rufton'-Simulation). Da die R-Gesprächs-Anbieter nach Entgegennahme der Verbindung nur eine gewisse Zeit auf die geforderte Tasten-Bestätigung warten, sollte ein verzögertes Weiterverbinden der TK-Anlage die Annahme durch den Angerufenen verhindern.

Da einige Anbieter dem Angerufenen ihre 0800-Nummer übermitteln, ist als Schutz auch eine Sperre ankommender Rufe aus dieser Rufnummern-Gruppe denkbar. Dies ist über ein geeignetes Endgerät möglich, oder mit dem Sicherheitspaket der T-Com über die Funktion Abweisen unerwünschter Anrufer. Allerdings übermitteln nicht unbedingt alle Anbieter auch eine (0800-)Nummer, manche reichen hierbei sogar die Rufnummer des ursprünglichen Anrufers (falls übermittelt) weiter.

Anruferfilter ← Ausführliche Erläuterungen zum Schutz vor ankommenden Rufen in der Vermittlungsstelle

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Callthrough - R-Gespräche als Weitervermittlung

Beim direkt vermittelten R-Gespräch wählt man als Anrufer (A) von einem beliebigen Anschluss aus (auch Handy oder Telefonzelle) eine kostenlose 0800-Nummer an. Bei der 'Call-by-Call'-Variante wird die Vorwahl und die Rufnummer des gewünschten Ziels (B) direkt mitgewählt: 0800xxxx+Vorwahl+Rufnummer (nur Telekom-Festnetz-Anschlüsse), ansonsten erfolgt die Eingabe der Ziel-Nummer (B) nach der Einwahl 0800xxxxxxx per MFV (Tonwahl). Anschließend wird man zum Aufsprechen des eigenen Namens aufgefordert. Über die vom System hergestellte weitere Verbindung zum Angerufenen (B) wird diesem der aufgesprochene Name und der Preis genannt. Erst wenn er die zur Bestätigung geforderte Taste(n) gedrückt hat (z.B. 12 mittels MFV), gilt das R-Gespräch als angenommen, und die beiden Gesprächspartner werden miteinander verbunden. Die Kosten werden B berechnet.

3 c

Callback - R-Gespräche durch Rückruf

Bei der Rückruf-Variante wählt man als Anrufer (A) von einem beliebigen Anschluss aus eine kostenlose 0800-Nummer an, und gibt neben der gewünschten Festnetz-Ziel-Nummer des Anzurufenden (B) auch die (eigene) Rufnummer (C) an - diese Anmeldung ist auch per Internet möglich. Nach dem Auflegen erfolgt vom System ein Rückruf zu C, der zunächst durch den geforderten Tasten-Druck bestätigt werden muss, woraufhin mit B verbunden wird. Die Kosten werden C berechnet. Bei dieser Variante sind die Missbrauchs-Risiken deutlich höher, da A eine beliebige C-Rufnummer angeben kann. So können Rückrufe sogar auf Anschlüsse bestellt werden, die eigentlich komplett für abgehende Verbindungen gesperrt sind (z.B. Pensionen, Gaststätten, soziale Einrichtungen, Krankenhäuser, öffentlich zugängliche Club-Telefone, Firma), um dann trotzdem auf deren Kosten beliebige Gespräche zu führen.

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Legenden - Gegendarstellungen

4 a

Legende: Umleitung zu teureren (Sonder-)Nummern

Immer wieder gerne aufgewärmt wird das Gerücht, dass ein Angerufener die ankommende Verbindung auf Kosten des Anrufers automatisch zu anderen, teureren Zielen umleiten kann.

Das Weiterleiten eines eingehenden Rufes ist zwar sowohl mit einer externen Anrufweiterschaltung (AWS) in der Vermittlungsstelle, als auch mit einer internen Geräte-Umleitung über eine zweite Leitung möglich, aber prinzipiell zahlt jeder immer nur die Verbindung, die er selbst aufgebaut hat. Eine Weiterleitung wird also immer dem Initiator der zusätzlichen Verbindung berechnet, während der ursprüngliche Anrufer nur für die von ihm selbst gewählte Rufnummer zahlt.

Davon abgesehen können für die Ziel-Rufnummern einer externen AWS (zumindest bei der T-Com) ohnehin keine teuren Sondernummern mit den Anfangsziffern 0900 / 019 / 0138 / 0137 / 11(8) in der Vermittlungsstelle programmiert werden.

Möglich ist aber ein manuelles Weiterverbinden auch zu teureren Sondernummern. Angeboten wird dies z.B. von den Auskunfts-Diensten unter 118.., deren eigene Zugangs-Preise sich allerdings von vornherein auf 0900-Niveau befinden - hier muss der (höhere) Preis vor dem Weitervermitteln genannt werden. Da die eigene Vermittlungsstelle nichts von der Weiterleitung durch den Angerufenen mitbekommt, greifen hier keine eingerichteten abgehenden Sperren, zum Schutz des eigenen Anschlusses muss man also von vornherein die 118 sperren. Da es sich vom Prinzip her um eine Variante des Call-by-Call handelt, erscheinen die Verbindungen als 'Beträge anderer Anbieter' auf der (Telekom-)Rechnung.

Praktiziert wird auch ein Weiter-Verweisen auf teurere Sondernummern, indem in einer Ansage auf eine entsprechende Rufnummer hingewiesen wird. Diese Abzocke läuft z.B. über (wirre) vermeintlich 'amtliche' Einträge im Telefonbuch wie "KFZ Zulassung Straßenverkehrs Amtauskunft Auto-Ummelde" unter Angabe normal tarifierter Ortsnetz-Rufnummern, ein dortiger Anruf bringt dann: "Rufen Sie für weitere Infos die 0900... an". Die hohen Kosten entstehen erst, wenn die bestehende Verbindung beendet und dann zusätzlich die teure Sondernummer selbst angewählt wird. Benutzt werden solche Verweise auch für Lockrufe mit Rückruf-Aufforderung.

Umleitungen ← Ausführliche Erläuterungen zur externen Anrufweiterschaltung in der Vermittlungsstelle

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Legende: R-Gespräche als (Telekom-)Funktion in der Vermittlungsstelle

Die Vermittlungsstellen der deutschen Anschluss-Betreiber kennen bisher keine R-Gespräche (umgekehrte Kosten-Belastung) und können diese demzufolge auch nicht verhindern. Da es für sie nur "normale" ankommende Gespräche sind, greifen auch keine eingerichteten abgehenden Sperren. Eine Annahme-Bestätigung (Tastendruck) durch den Angerufenen um Missbrauch und unerwünschte Kosten zu verhindern, kann nur durch den Anbieter selbst umgesetzt und kontrolliert werden. Die Vermittlungsstelle interessiert sich prinzipiell nicht für "irgendwelche Pieptöne" (MFV) während einer Verbindung, sondern reicht sie nur weiter.

Die Telekom plant seit Jahren die Einführung des Leistungsmerkmals "Entgeltübernahme" (REV, Reverse Charging Case A), hat dies aber bisher noch nicht umgesetzt. Nach dessen Realisierung kann ein Anrufer dann durch Eingabe von *83#Ziel-Rufnummer ein R-Gespräch einleiten, welches vom Angerufenen dann gegenüber der Vermittlungsstelle akzeptiert werden muss. Ankommende R-Gespräche der Vermittlungsstelle könnten dann generell für den eigenen Anschluss gesperrt werden, und abgehende Sperren greifen gegenüber dem Anrufer. Beides gilt aber auch dann nicht für die Anbieter von R-Gesprächen, da diese Verbindungen nicht über die entsprechende Vermittlungsstellen-Funktion eingeleitet werden, für die Vermittlungsstelle handelt es sich bei solchen Anrufen auch weiterhin einfach nur um einen 'normalen' eingehenden Ruf.

Funktionen ← Darstellung der möglichen T-Leistungsmerkmale und ihrer Steuerung

Staatsverschuldung

Gefordert ist hier die Regulierungsbehörde (Bundesnetzagentur) bzw. der Gesetzgeber, damit die Kunden endlich vor unkalkulierbaren Kosten geschützt werden: Die derzeit praktizierte unkontrollierbare Abrechnung ankommender Verbindungen muss untersagt werden! Die Herstellung von R-Gesprächen darf künftig nur noch über die (noch einzuführende) sperrbare Vermittlungsstellen-Funktion "Entgeltübernahme" (REV) erfolgen!

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